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"Wasser Marsch", heißt es
normalerweise, wenn die Feuerwehr im Spiel ist. Dass aber ein
Feuerwehrmann - egal, ob von der freiwilligen oder der hauptberuflichen
Truppe - eine ganze Menge mehr können muss, das haben etwa 100 Männer
bei einer großen Übung gezeigt.
Samstagmorgen, 10 Uhr. Ort:
Gelände der Wache an der Grünstraße. Vier Züge der Freiwilligen
Feuerwehr wollen das Zusammenspiel mit dem Technischen Hilfswerk (THW)
üben. Drei verschiedne Schreckens-Szenarien wurden vorab von den
Verantwortlichen ausgetüftelt, eines ist eine Autobahnsituation: Ein
Corsa ist gegen eine Schallschutzwand geprallt, ein Teil der Mauer liegt
auf der Frontscheibe des Wagens, anschließend fährt ein roter Kombi auf.
Die Aufgabe für die Feuerwehrmänner ist klar: Die insgesamt drei
Insassen müssen befreit werden. "Wichtig war uns die Zusammenarbeit, um
das optimale Ergebnis zu erzielen", berichtet Claudia Vog´l,
Abschnittsleiterin der Feuerwehr Mitte. Sie ist die einzige Frau bei der
Bochumer Feuerwehr. "In ganz Deutschland gibt es eh´ nur etwas mehr als
150 Frauen bei der Berufswehr", bemerkt sie lächelnd. Ihr Kollege Hans
Weber, Direktionsabschnittsleiter, hat leichte Defizite bei der Arbeit
der Freiwilligen Feuerwehr festgestellt: "Löschen können die alle prima,
aber eine Betonplatte zersägen oder Bergungsarbeiten durchführen, darin
sind die Männer nicht so geübt."
In der Regel befasst sich
auch die Berufswehr mit solchen Vorfällen, wie etwa dem zweiten
Szenario: Ein Arbeiter wurde in einer Baugrube verschüttet. Er ist
verletzt und sogar bewusstlos. Ein zweiter Arbeiter ist nicht zu sehen.
"Die Unfallstelle muss abgesichert, und die richtigen Entscheidungen
sind zu treffen", erklärt Weber. Bei der inszenierten Situation handele
es sich allerdings um einen Vorfall, der selten auftrete.
Für Frank Althoff,
THW-Zugführer, ist die gemeinsame Übung mit der Feuerwehr sehr wichtig:
"Oft können ja auch Probleme auftreten, die zuvor nicht absehbar waren",
erläutert der THW Profi.
Schnelles Schalten,
Nachdenken und ruhiges Abwägen der alternativen Handlungen sind
notwendig, um den Opfern optimal helfen zu können. Möglichst reale
Übungsbedingungen seien da von Nöten, weiß der 37-Jährige: "Das Loch bei
dem Baugrubenunfall war beispielsweise zwei Meter tief - die Männer
sollten sich aber eine Tiefe von vier Metern vorstellen. "Sonst könnte
der Abgestürzte ja fast von allein aus der Grube klettern, wenn er nicht
bewusstlos wäre.""Wichtig war uns die Zusammenarbeit, um das optimale
Ergebnis zu erzielen."
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